Fahrlehrerverband Sachsen-Anhalt

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Die praktische Prüfung

Was ist das Ziel der praktischen Prüfung ?

Mit der praktischen Fahrprüfung hat der Fahrschüler seinen sicheren Umgang mit dem Führen des Kraftfahrzeuges, ggf. mir Anhänger, innerhalb des Straßenverkehrs nachzuweisen.

Ausserdem soll der Fahrschüler zeigen, dass er technische Kenntnisse über sein Fahrzeug besitzt und in der Lage ist, die energiesparende und umweltschonende Fahrweise anzuwenden.

 

Welche Anforderungen muss ich mit der Prüfungsfahrt erfüllen ?

Es werden während einer Prüfungsfahrt mehrere Teilbereiche berücksichtigt, welche dann in die Gesamtbewertung einfließen.

Fahrtechnische Vorbereitung

Vor Beginn der Fahrt ist auf die richtige Sitzeinstellung, das Anlegen des Sicherheitsgurtes, die ordnungsgemäße Einstellung der Rückspiegel sowie bei Zweirädern auf das Tragen des vorgeschriebenen Schutzhelmes zu achten. Ausserdem muss der Bewerber mit den Bedienungseinrichtungen vertraut sein.

In den Klasse A, A1 und B können noch stichprobenartig Sicherheitskontrollen geprüft werden:

  • Überprüfung des ordnungsgmäßen Zustandes der Reifen
  • Scheinwerfer, Leuchten, Blinker und Hupe
  • Rückstrahler
  • Lenkung
  • Bremsanlage

 

 

Verhalten beim Anfahren

Vor und beim Anfahren ist insbesondere der rückwärtige Verkehr sorgfältig zu beobachten. Mit Fahrzeugen der Klasse B soll in der Ebene der 1. Gang nur zum Anfahren benutzt und nach etwa einer Fahrzeuglänge in den 2. Gang geschaltet werden.

 

 

Gangwechsel

Es ist auf einen rechtzeitigen Gangwechsel zu achten. Der Bewerber soll frühestmöglich den nächsthöheren Gang wählen und bei Fahrzeugen der Klasse B bis 50 km/h in der Regel mindestens die ersten vier Gänge verwenden. Auch der 5. Gang soll frühestmöglich, ausserhalb von Ortschaften, genutzt werden.

Der Bewerber soll zeigen, dass er die richtige Handhabung des Fahrzeuges in Steigungen und Gefällen beherrscht.

 

 

Beobachtung des Straßenverkehrs

Der Bewerber soll zeigen, dass er Gegebenheiten des Straßenverkehrs erkennt und darauf entsprechend reagieren kann.

Das beinhaltet das Berücksichtigen von Verkehrszeichen, Lichtzeichenanlagen und anderer Verkehrsteilnehmer.

Ausserdem darf sich der Prüfling durch die Anweisungen des Prüfers bei der Fahrzeugbedienung nicht ablenken lassen.

 

 

Fahrgeschwindigkeit

Die Geschwindigkeit ist an die jeweilige Verkehrslage anzupassen. Eine übertrieben langsame Fahrweise ist unzulässig.

Auch bei der Anpassung an den Verkehrsfluss darf die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten werden. Kurzfristige unwesentliche Überschreitungen sind nicht zu beanstanden.

Beim Beschleunigen sind unnötig hohe Motordrehzahlen zu vermeiden.

 

 

Abstand halten vom vorausfahrenden Fahrzeug

Der Bewerber muss den notwendigen Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahzeug bei allen Geschwindigkeiten einhalten.

 

 

Überholen

Das Überholen ist nach Möglichkeit zu überprüfen. Dabei soll auf folgendes geachtet werden:

  • Aufschliessen zum vorausfahrenden Fahrzeug höchstens bis zum Sicherheitsabstand
  • Beobachten des Verkehrsraumes vor dem vorausfahrenden Fahrzeug
  • Beobachten nach rückwärts unter Benutzung der Rückspiegel und gegebenenfalls durch einen Blick zur Beobachtung des "Toten Winkels"
  • Betätigung des Blinkers vor dem Ausscheren
  • Ausscheren ohne Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs und ohne Behinderung des Gegenverkehrs
  • Zügiges Überholen mit ausreichendem Seitenabstand.
  • Betätigen des Blinkers vor dem Wiedereinscheren.
  • Einordnen ohne Behinderung des Überholten.

 

 

Verhalten an Kreuzungen und Einmündungen

Es ist auf folgendes zu achten:

  • Sorgfältige Beobachtung des Verkehrs
  • Rechtzeitiges Anpassen der Geschwindigkeit
  • Rechtzeitige Bremsbereitschaft
  • Ausreichend große Lücken sollen genutzt werden. Unnötiges Zögern ist zu vermeiden.
  • Einfahren in Vorfahrtstraßen ohne wesentliche Behinderung.
  • Bei vorhersehbarem längeren Halt soll der Motor abgestellt werden.

 

 

Abbiegen und Fahrstreifenwechsel

Beim Abbiegen und Fahrstreifenwechsel ist rechtzeitig zu blinken und dann die Geschwindigkeit entsprechend anzupassen.

Dabei werden die Innen- und Aussenspiegel genutzt. Ausserdem ist mit dem Schulterblick der "Tote Winkel" vor dem Abbiegen und Fahrstreifenwechsel zu überprüfen.

Darauf ist ausserdem zu achten:

  • Gegenverkehr bzw. Querverkehr berücksichtigen
  • Beim Abbiegen nicht in den Gegenverkehr fahren.
  • Langsamere Verkehrsteilnehmer berücksichtigen.
  • In Einbahnstraßen entsprechend einordnen.
  • Unnötiges Ausholen ist zu vermeiden.
  • Unnötige Fahrstreifenwechsel sollen vermieden werden.

 

 

Verhalten gegenüber Fußgängern, die die Fahrbahn überqueren

Der Bewerber darf sich Fußgängern auf der Fahrbahn nur mit einer solchen Geschwindigkeit und einem solchen Seitenabstand nähern, dass sie beim Überqueren der Straße das Gefühl der Sicherheit behalten.

Auf richtiges Verhalten an Fußgängerüberwegen ist besonders zu achten.

 

 

Fahren außerhalb geschlossener Ortschaften

Beim Fahren ausserhalb geschlossener Ortschaften ist auf folgendes zu achten:

  • Vorausschauendes Fahren
  • Richtige Fahrbahnbenutzung
  • Fahren auch bei höheren Geschwindigkeiten

 

 

Fahrtechnischer Abschluß der Prüfungsfahrt

Nach Beendigung der Fahrt ist das Prüfungsfahrzeug verkehrsgerecht abzustellen.

Es ist auf folgendes zu achten:

  • Sicherung gegen Wegrollen durch Einlegen eines Ganges oder durch Anziehen der Handbremse
  • Sicherung gegen unbefugte Benutzung
  • Beobachtung des Verkehrs vor und beim Öffnen der Tür.

 

 

Wie wird das Prüfungsergebnis ermittelt ?

Der Prüfer ist dazu angehalten, Vorschriften nicht zu kleinlich auszulegen und gute Leistungen zu berücksichtigen.

Allerdings gibt es Fehler, bei denen eine Prüfung sofort als nicht bestanden gilt. Ausserdem sollten sich bestimmte Fehler nicht häufen, da sonst ebenfalls eine Prüfung als nicht bestanden gilt.

Versucht der Fahrlehrer den Prüfer zu täuschen oder läßt sein Verhalten eine unabhängige Berurteilung des Fahrschülers nicht zu, ist die Prüfung als nicht bestanden zu bewerten.

Der Prüfer hat während der Prüfung ein Protokoll über die Fehler des Fahrschülers zu führen, um in einem abschliessenden Gespräch das Prüfungsergebnis feststellen zu können.

 

Fehler, die zum sofortigen Nichtbestehen der Prüfung führen
  • Gefährdung oder Schädigung
  • Grobe Mißachtung der Vorfahrt und Vorrangregelung
  • Nichtbeachten von "Rot" bei Lichtzeichenanlagen oder entsprechenden Zeichen eines Polizeibeamten
  • Nichtbeachten der Vorschriftzeichen "STOP Schild", "Verbot für Fahrzeuge aller Art" ohne Zusatzschild, "Verbot der Einfahrt"
  • Nichtbeachten anderer Vorschriftzeichen mit der Folge einer möglichen Gefährdung
  • Verstoß gegen das Überholverbot
  • Vorbeifahren an Schul- und Linienbussen, die mit Warnblinklicht an Haltestellen halten, mit einer Geschwindigkeit von mehr als 20 km/h
  • Endgültiges Einordnen zum Linksabbiegen auf Gegenfahrbahn
  • Fahrstreifenwechsel ohne Verkehrsbeobachtung
  • Fehlende Reaktion bei Kindern, Hilfsbedürftigen und älteren Menschen

 

 

Fehler, die durch Häufung zum Nichtbestehen der Prüfung führen
  • Mangelhafte Verkehrsbeobachtung
  • Nichtangepasste Geschwindigkeit
  • Vorbeifahren an Schul- und Linienbussen, die mit Warnblinklicht an Haltestellen halten, mit mehr als Schrittgeschwindigkeit aber nicht mehr als 20 km/h
  • fehlerhaftes Abstandhalten
  • Unterlassene Bremsbereitschaft
  • Nichteinhalten des Rechtsfahrgebotes
  • Nichtbeachten von Verkehrszeichen
  • Langes Zögern an Kreuzungen und Einmündungen
  • Fehlerhaftes oder unterlassenes Einordnen in Einbahnstraßen
  • Fehlerhaftes oder unterlassenes Betätigen des Blinkers
  • Fehler bei der Fahrzeugbedienung
  • Fehler bei der umweltbewussten und energiesparenden Fahrweise